Einfach

großartige

Steuerberatung.

Schließen
Fachartikel

Sind Montagefahrzeuge sachbezugspflichtig? Kleine Änderung mit großer Auswirkung seit Jahresbeginn 2023

Online seit 25. Mai 2023, Lesedauer: Min.

Wenn Arbeitgeber:innen ihren Mitarbeiter:innen ein Kraftfahrzeug zur Verfügung stellen, welches auch privat genutzt werden darf, unterliegt diese Privatnutzung als Sachbezug der Lohnsteuer samt Sozialversicherung und Lohnnebenkosten. Je nach CO2-Ausstoß werden 2 %, 1,5 % oder 0 % (die 0 % gelten nur für Elektrofahrzeuge) der jeweiligen Anschaffungskosten (begrenzt mit EUR 48.000,-) als monatlicher Sachbezug angewendet. Bei gebrauchten Fahrzeugen sind an Stelle des tatsächlichen Kaufpreises entweder der Listenpreis bei der Erstzulassung oder die Anschaffungskosten des ersten Käufers heranzuziehen.

Bisherige Ausnahmen für Spezialfahrzeuge wie “Montagefahrzeug mit eingebauter Werkbank”

Gemäß den Lohnsteuerrichtlinien des Finanzministeriums werden Spezialfahrzeuge, die aufgrund ihrer Ausstattung eine andere private Nutzung praktisch ausschließen, von einem Sachbezug befreit. Beispielhaft aufgezählt sind ÖAMTC- oder ARBÖ-Fahrzeuge sowie Montagefahrzeuge mit eingebauter Werkbank. Für solche Fahrzeuge musste daher auch bei privater Nutzung (z. B. tägliche Heimfahrten) kein Sachbezug abgerechnet werden. Problematisch war schon bisher, dass der Begriff „Montagefahrzeug mit eingebauter Werkbank“ nicht eindeutig definiert ist und die Beschaffenheit des Fahrzeugs daher vereinzelt zu Diskussionen bei Prüfungen geführt hat.

Sachbezugsbefreiung nur noch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Diese großzügige Regelung wurde nun im letzten Wartungserlass des BMF deutlich eingeschränkt. Demzufolge tritt die Sachbezugsbefreiung für Spezialfahrzeuge nur noch ein, wenn das Fahrzeug ausschließlich für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte privat genutzt wird. Jegliche weitere Privatnutzung unterliegt hingegen nunmehr einem Sachbezug.

Wir gehen daher davon aus, dass ein Sachbezug nur noch vermieden werden kann, wenn z. B. mittels Fahrtenbuchs der Nachweis erbracht wird, dass keine Privatfahrten über die Strecke Wohnung und Arbeitsstätte hinaus vorliegen. Ob es zur Vermeidung eines Sachbezugs bereits ausreicht, dass dem/der Arbeitnehmer:in weitere Privatfahrten durch schriftliche Vereinbarung eines Privatnutzungsverbotes untersagt sind, ist anzuzweifeln. Jedenfalls müssten dann Kontrollen vereinbart und nachgewiesen werden können (z. B. durch einen regelmäßigen Abgleich der dienstlichen Fahrstrecken mit dem Kilometerstand des Fahrzeugs).

Unser Fazit:
Um Diskussionen über die Privatnutzung von Firmenfahrzeugen möglichst auszuschließen, empfiehlt es sich, ein vollständig geführtes Fahrtenbuch zu führen. Wenn kein Fahrtenbuch vorhanden ist, kann das Finanzamt zwar nicht automatisch von Privatnutzungen ausgehen, allerdings erfolgt dann eine Beweiswürdigung im Einzelfall, bei der ein wirksames Privatnutzungsverbot oftmals nicht nachgewiesen werden kann.
Wir bemühen uns stets, Ihnen präzise und hilfreiche Informationen zur Verfügung zu stellen. 
War dieser Beitrag für Sie von Nutzen?
Schade, dass wir Ihnen nicht weiterhelfen konnten.
Wir würden uns über Ihr Feedback zu dieser Information freuen.

Post Feedback

*“ zeigt erforderliche Felder an

Schön, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten. Wir würden uns über
die Weiterempfehlung dieser Information freuen.
1836 Personen haben sich diesen Beitrag bereits angesehen.
78 Personen haben diesen Beitrag als nützlich bewertet.
Lernen Sie unser Team kennen

Über 90 Expert:innen, die garantiert Ihre Sprache sprechen.

Unser engagiertes Team steht für kompetente steuerliche Beratung am Puls der Zeit. Wir kümmern uns verlässlich um Ihre unternehmerischen Erfordernisse, unterstützen Sie auf Augenhöhe bei neuen Herausforderungen und sind gerne jederzeit persönlich für Sie da.
Lernen Sie unser Team kennen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Zurück zu den Informationen

Wir lesen gerne Bücher.

Zum Beispiel Ihre.

GRS Wirtschaftsprüfung
Steuerberatung GmbH

Standort 

LINZ

Stockhofstraße 23
4020 Linz
TEL +43 732 / 60 40 90
MAIL linz@grs.at

Montag bis Donnerstag
8.30 Uhr – 12.30 Uhr
13.00 Uhr – 15.00 Uhr
Freitag
8.30 Uhr – 12.30 Uhr

Standort 

STEYR

Stelzhamerstraße 14b
4400 Steyr
TEL +43 7252 / 572
MAIL steyr@grs.at

Montag bis Donnerstag
7.30 Uhr – 12.30 Uhr
13.00 Uhr – 16.00 Uhr
Freitag
7.30 Uhr – 12.30 Uhr
Karte GRS